Studium in Budapest – Ein Tag an der Andrássy Universität

Studium in Budapest – Ein Tag an der Andrássy Universität

Durchschnittliche Bewertung
[Total: 3 Average: 5]

Ein Studium in Budapest, das klingt spannend. Doch wie sieht der Alltag an der Andrássy Universität eigentlich aus? Ich blogge natürlich viel über Bars, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Aber es ist kein Geheimnis, dass sich nach einigen Monaten auch eine gewisse Routine einschleicht und man nicht jeden Tag Sightseeing macht, in ein Museum, in ein Restaurant oder Feiern geht. Wer tut das schon? Damit Du Dir den Alltag an der Andrássy Universität etwas besser vorstellen kannst, habe ich in diesem Beitrag einen ganz normalen Tag als Studi dokumentiert.

Die meisten morgendlichen Vorlesungen beginnen um 9:30, aber nicht jeden Tag hat man direkt morgens Vorlesung. So habe ich immer genug Zeit, um noch in Ruhe zuhause zu frühstücken. Das ist mir sehr wichtig, um gut in den Tag zu starten. Meine Wohnung ist nicht mitten im Stadtkern gelegen, viele andere Studenten haben aber WGs sehr nahe an der Uni und können zu Fuß zur Vorlesung gehen – super praktisch. Die Budapester Metro fährt auch sehr häufig, meine Linie kommt etwa alle drei Minuten. Von Tür zu Tür brauche ich also nichtmal eine halbe Stunde, wenn ich zur Uni fahre. Die Wohnpreise sind in Budapest übrigens im Vergleich zum dortigen Lohn recht hoch, aber mit einem deutschen Studenten-Budget (bei einem BAföG Satz für Wohnen von rund 250€) trotzdem zu bewältigen.

9:30 - Beginn der Vorlesung

Schon ist es so weit, der Tag kann losgehen. Bei mir steht heute in der ersten Stunde „Methodik der Rechtsvergleichung“ bei Herrn Professor Vincze an. Oft sind nur eine Hand voll Studenten in einer Vorlesung, die Quote von Professoren auf Studenten liegt bei 1:7. Für viele ist das erst ungewohnt, denn aus Deutschland ist man ja völlig überfüllte und überlaufende Hörsäle gewöhnt. Hier ist das anders, viele Vorlesungen sind mehr Dialog als Frontalunterricht, die Bezeichnung „Lehrgespräch“ trifft es ganz gut. Der Nachteil ist, dass man sich nicht verstecken und stundenlang berieseln lassen kann, während man in Gedanken ganz woanders ist – dafür bleibt viel mehr Stoff hängen und man hat nach ein Paar Wochen nicht schon alles wieder vergessen. Die Professoren kennen ihre Studenten, wir sind nicht bloß Nummern auf einer langen Liste für sie.

Dieses Foto wurde natürlich netterweise von meinem Professor genehmigt.

12:45 - Mittagspause in der Kossutheria

So, jetzt ist es Mittagszeit und wir haben uns eine Pause verdient. In der Universität gibt es einen eigenen Raum für die Studenten, die Kossutheria. Das ist quasi das Studi-Wohnzimmer. Hier gibt es Snackautomaten, einen Kühlschrank, einen Tischkicker, eine Mikrowelle, einen Wasserkocher, Tische, Stühle, Sitzsäcke und Sofas zur Genüge. Man kann sich also morgens sein Essen mitbringen, in den Kühlschrank stellen und mittags warmmachen, was wirklich sehr praktisch ist. Außerdem gibt es eine Stillecke. Unter den ca. 240 Studenten ist zwar in diesem Semester keine werdende Mutter, aber das „Andrássy Baby“ Logo ist doch trotzdem echt goldig, oder?

Eine Cafeteria im eigentlichen Sinne oder eine Mensa hat die Andrássy Uni nicht, dafür ist sie einfach zu klein. Allerdings gibt es rund um die Uni super viele Cafés, Supermärkte und Restaurants, in denen man sich gut und schnell etwas holen kann.

Budapest Studium
Huch, na was hängt denn da an der Pinnwand?

13:30 - Zeit in der Bibliothek

Da ich selbstredend sehr strebsam bin und mein Studium in Budapest sehr ernst nehme, gehe ich jetzt erstmal in die Bibliothek um mich au die nächste Vorlesung vorzubereiten. Die ist zwar nicht gigantisch, dafür aber sehr gepflegt. Klein aber fein eben. Es gibt auch einige Lernplätze und man kann gegen eine kleine Gebühr den Drucker und Scanner nutzen. Es soll sogar Studenten geben, die diese Bibliothek nur für die Vorlesungen verlassen …

Genau genommen hat die AUB zwei Bibliotheken, die reguläre und die Österreich-Bibliothek. Die letztere ist in einem separaten Raum untergebracht und beherbergt vor Allem Werke österreichischer Autoren oder Bücher mit Bezug zu Österreich. Diese Bibliothek ist eine Dauerleihgabe der Republik Österreich. Besonders ist, dass hier auch Belletristik, also Krimis und Romane zu finden sind. In den meisten Universitätsbibliotheken findet ja nicht jeder ein Buch, was er gerne abends im Bett lesen würde …

14:45 - zurück zur Vorlesung

Und wieder zurück in den Hörsaal. Gerade findet eine spannende Vorlesung zum Wirtschaftsvölkerrecht statt.

Wenn Du Dich für ein Studium in Budapest interessierst und wissen möchtest, welche Vorlesungen Du dann hättest, schau mal hier auf der Homepage der Uni und such den Begriff „Musterstudienpläne“. 

Internationale Beziehungen
Europäische und Internationale Verwaltung
LL.M.
Management and Leadership
Mittleuropäische Geschichte

16:15 Kaffeepause

Die wichtigste Währung an der Uni ist definitiv Kaffee. Es ist immer gut, wenn jemand Dir einen Gefallen beziehungsweise einen Kaffee schuldet. Diese Fotos hier sind im Café Torino entstanden, direkt neben der Universität. Ich glaube zwar nicht an Magie, dennoch braue ich mir jeden Morgen einen magischen Trank aus Bohnen …

Treppenhaus der Andrássy Universität Budpest
Spiegelsaal der Andrássy Universität Budapest
Andrássy Universität in Budapest Frontalansicht

Die Universität hat noch mehr zu bieten, als nur Hörsäle. Hier siehst Du ein Paar der prachtvolleren Fotos. Im Spiegelsaal in der Mitte finden regelmäßig Abendveranstaltungen statt, zum Beispiel auch nächsten Montag eine spannende Abendveranstaltung zum Thema „Migration: Herausforderung für Europa“.

Mehr allgemeine Infos zur Andrássy Universität findest Du übrigens in diesem Artikel hier auf dem Blog.

17:30 Feierabend

So, wieder ein Tag geschafft! Heute Abend fahren wir etwas nach außerhalb, zu der Strandbar Wasser direkt an der Donau. Ein traumhafter Ort um auszuspannen und für einen Abend dem Großstadttroubel zu entrinnen. Mehr coole Bars in Budapest findest Du hier.

Budapest Bar
Kann man sich an der Donau jemals sattsehen?
Budapest Donau
Nein, hier wohnt niemand - das ist Kunst!

Und damit bin ich schon am Ende meines Artikels angelangt. Vielen Dank, dass Du ihn bis zum Ende gelesen hast! Hat er Dir gefallen? Spielst Du auch mit dem Gedanken, ein Studium in Budapest zu beginnen? Auf Deinen Kommentar freue ich mich sehr.


Bis bald,

PS: Falls ich Dich aus versehen fotografiert habe und Dir das nicht gefällt, sag bitte Bescheid, dann nehme ich das Foto natürlich wieder raus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.