Rundgang im Budapester Burgviertel

Rundgang im Budapester Burgviertel

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Jeder, der zum ersten Mal nach Budapest reist, stellt sich unweigerlich die Frage: Buda oder Pest? Meine Wohnung und meine Uni liegen beide in Pest, ich finde es toll dort. Pest ist quirlig und lebendig, sprühend vor Leben. Meine ersten Blogeinträge spielen nicht zufällig allesamt dort. Doch auch Buda hat einiges zu bieten und darf bei einem Besuch in Budapest nicht außen vor bleiben. Ein absolutes Muss in Budapest ist ein Besuch Rundgang im Budapester Burgviertel. Hier oben gibt es viele wunderschöne Sehenswürdigkeiten, aber auch der erhaben-majestätische Blick hinab auf die Donau und Pest ist unvergesslich.

Fahrt auf den Burgberg: die Standseilbahn

Am besten startest Du Deinen Rundgang im Burgviertel unten am Fuße des Bergs direkt neben der Kettenbrücke auf dem Clárk Ádam Tér. Von hier gibt es mehrere Möglichkeiten, nach oben zu gelangen: zu Fuß, per ÖPNV mit dem Bus, mit einer der kleinen „Castle Bus“ Touren, oder mit der Standseilbahn. 

Wenn Du etwas Zeit hast und gerne mal bergauf gehst, warum nicht? Die Strecke ist nur ca. 700 Meter lang. Wenn Du langsam gehst, bis Du in einer Viertelstunde schon oben.

Schon wenn Du auf dem Platz stehst, wird man versuchen, Dich zu bequatschen: angeblich ist der „Official Budapest Castle Bus“ schnell und günstig. Die kleinen blauen Busse, in die ca. 12 Personen auf einmal passen, sehen urig und sommerlich aus. Doch vom Castle Bus kann ich Dir wirklich abraten. Es gibt viele einzelne „hop on and off“ Stationen und an jeder steht eine Schlange. Hier wirst Du sehr viel Zeit mit Warten verbringen – bis die Fahrt überhaupt begann, haben wir schon fast eine halbe Stunde gewartet. Und mit ca. 6€ pro Person ist diese Variante auch nicht günstig.

Wenn Du einfach nur schnell nach oben möchtest, warum nicht? Die Busse akzeptieren die regulären ÖPNV Tickets für ca. 1€ pro Person und Fahrt. Die Fahrt ist nicht glamourös, aber dafür schnell und günstig. Alle 10 Minuten fährt ein Bus der Linie 16 zum Vorplatz der Fischerbastei.

Die ächzende und knirschende Standseilbahn (Budavári Sikló) zu fahren, macht nicht nur Kindern Spaß! Eine Fahrt kostet ca. 6€ pro Person (1200 HUF)  und dauert nur wenige Minuten. Die Bahn wurde 1870 eröffnet und ursprünglich gebaut, damit die Beamten, die oben auf dem Berg arbeiteten, schnell und einfach zur Arbeit kamen. Während der Fahrt hast Du einen tollen Blick. Vor der Bahn bilden sich oft lange Schlangen, aber wenn Du etwas erleben willst, ist die Bahn unbedingt zu empfehlen. Übrigens wurde die Schienen und  auch die Wagen der Bahn im zweiten Weltkrieg zerstört und erst 1983 wieder eröffnet.

der Burgpalast

Wenn Du die Standseilbahn verlässt und Dich nach links wendest, bist Du schon fast am Burgpalast angelangt. Von hier hast Du einen wunderschönen Blick hinunter auf die Stadt. Hier gibt es übrigens auch ein Café, von dem man auf die Donau blicken kann. Die Burg war seit dem 13. Jahrhundert Residenz der ungarischen Könige. Im zweiten Weltkrieg wurde sie jedoch zu großen Teilen zerstört… Was dann noch übrig war, wurde dann schnell von den Kommunisten zu Grunde gerichtet. Heute wird der rekonstruierte Burgpalast überwiegend als Museum für Kunstausstellungen genutzt und ist auch von Außen beim Flanieren ein schöner Anblick. Man kann den Palast fast von ganz Budapest sehen, und dementsprechend ist auch umgekehrt der Ausblick von hier oben.

Burgpalast in Budapest bei Nacht

die Matthiaskirche

Vom Burgpalast ist es nur ein kurzer Spaziergang zu Matthiaskirche. Sie ist auch bekannt als Liebfrauenkirche und wurde der Überlieferung zufolge bereits 1015 vom König Stephan erbaut. Besonders schön auch von außen anzusehen sind die bunten Dachziegel. Sie heißen Majolika-Schindeln und bestehen aus Keramik, die eigens in Ungarn produziert wird.

Matthiaskirche Budapest

die Fischerbastei

Die Fischerbastei ist, nicht nur, wenn Du Instagram fragst, definitiv ein Höhepunkt in Budapest und so auch ein Höhepunkt auf jedem Rundgang im Budapester Burgviertel. Sie wurde 1902 eröffnet und soll die Budapester Fischergilde ehren.

Ausblick von der Fischerbastei
Das bin übrigens ich - verzaubert von Budapest.

Der Name „Bastei“ mutet religiös an, aber dies ist vor allem eine Aussichtsplattform. Und diesen Zweck erfüllt die Fischerbastei mit Bravour! Obwohl das Gebäude „nur“ etwas über 100 Jahre alt ist, ist es im romanischen Stil gebaut. Die Türme sollen dabei an die magyarischen Wurzeln erinnern.

Innenhof der Fischerbastei auf dem Budapester Burgberg
Die Fischerbastei mit Blick vom Innenhof.

Die Fischerbastei besteht aus mehreren Etagen, wobei der untere Bereich kostenlos zugänglich ist. Für die obere Etage, die einen etwas schöneren Ausblick bietet, muss man eine kleine Gebühr zahlen. Manchmal hat man aber auch Glück und das Drehkreuz steht einfach offen. 

Blick durch die Fenster der Budapester Fischerbastei
Durch die vielen "Fenster" hast Du auch einen traumhaften Blick auf das Parlament und die Donau.

Ich persönlich finde es sehr schade, dass wirklich unmittelbar neben der Matthiaskirche und der Fischerbastei ein Starbucks eröffnet hat. Und daneben wiederum ein großes Hotel. Das stört leider den Stil und die erhabene Atmosphäre des Ortes… aber wenn man das ausblendet, kann man sich von der Fischerbastei leicht verzaubern lassen. Wer gerne ungestört ist, sollte daher am besten am frühen Morgen oder Abends zur Fischerbastei kommen. 

Vorerst bin ich am Ende meines Artikels über Buda angekommen. Warst Du schon einmal in Buda auf dem Burgberg? Habe ich noch etwas wichtiges vergessen? Hat Dir der Artikel gefallen?

Über Kommentare freue ich mich natürlich!
Bis bald,

2 Gedanken zu „Rundgang im Budapester Burgviertel

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